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By Marion Müller

Warum stört sich beim Fußball eigentlich niemand daran, wenn Franz Beckenbauer über die „angeborene Geschmeidigkeit der Afrikaner“ sinniert? Warum finden wir die Existenz von Ausländerregelungen in der Bundesliga so selbstverständlich? Und weshalb ist die Vorstellung so abwegig, dass Frauen und Männer gemeinsam Fußball spielen?
In jedem anderen Funktionssystem wären derartige partikularistische Diskriminierungen hochgradig legitimationspflichtig. Nur im Fußball bzw. im activity werden nationale, ethnische sowie geschlechtliche Zuschreibungen unhinterfragt akzeptiert. Wieso aber gelten Ausländerbeschränkungen und Geschlechtersegregation nicht als Widerspruch zum sportlichen Leistungsprinzip und dem Inklusionspostulat funktional differenzierter Gesellschaften?
Diese Fragen werden in der vorliegenden Arbeit anhand einer historischen examine des Fußballsports und ethnografischer Untersuchungen in drei Bundesligaklubs beantwortet.

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39 Vgl. dazu auch die von Jordan (1969) zusammengestellte Bibliographie. 40 Problematisch sind diese Untersuchungen besonders wegen ihres tautologischen Untersuchungsdesigns, in dem immer bereits von Unterschieden zwischen Schwarzen und Weißen ausgegangen wird, die dann in einem zweiten Schritt nur noch bestätigt werden. So basiert die eingangs getroffene Kategorisierung, entlang derer nach körperlichen Unterschieden gesucht wird, in der Regel auf nicht-wissenschaftliche Alltagsannahmen, die auf diese Weise unreflektiert in die Untersuchungen eingehen.

Tegelbeckers 2000). Die deutschen Juden waren gezwungen, ihre eigenen Vereine zu gründen, die unter dem Dach des Deutschen Makkabikreises zusammengefasst wurden. Bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin kam es trotz internationaler Proteste zu einem Ausschluss deutscher Juden – und zwar trotz deutlich besserer sportlicher Leistungen einzelner Athleten (vgl. 59 Zur Beruhigung der Weltpresse durften zwei nach deutscher Rassengesetzgebung als „Halbjuden“ klassifizierte Athleten im deutschen Aufgebot antreten.

Bei diesen frühen Rassenklassifikationen handelte es sich also zunächst um Fremdzuschreibungen aufgrund körperlicher Merkmale ohne das Bewusstsein der so kategorisierten Menschen. Derartige Attributionen konnten jedoch zum Ausgangspunkt für mögliche Selbstzuschreibungen und Ethnisierungsprozesse werden. Die Unsicherheit und Kontingenz der rassischen Kategorisierungen spiegelt sich in den wissenschaftlichen Diskursen über die Frage, „welche der Myriaden von beobachtbaren Unterschieden zwischen Menschen – an Haut oder Knochen – (…) signifikant und entscheidend für die Abgrenzung der einen „Rasse“ von der anderen“ sein sollten (Schiebinger 1993: 50).

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